Routentipp für England?

Touren mit Pino, Tandem, Normalrad und Transportfragen mit Bahn, Auto, Flieger

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babetaxi
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Routentipp für England?

Beitragvon babetaxi » Di Aug 26, 2014 3:42 pm

Nabend zusammen.
Bei dem miesen Wetter mache ich mir gute Laune mit der Urlaubsplanung für den nächsten Sommer...

Gerne würden wir mit dem Hasen in den Süden Englands und dort dann für zwei Wochen unterwegs sein.
Im Internet kann ich nichts finden; ausser: Nicht so dolle zum Tourenradeln. :shock:
Hat irgendwer Tipps und Erfahrungen für uns? Wenn es geht wollen wir Zelten; zur Not mal B&B.

Vielen Dank und beste Grüße in die Runde
Anno und die Damen

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Re: Routentipp für England?

Beitragvon KUHmax » Mi Aug 27, 2014 7:36 am

Hallo,

hier ist eine kombinierte England/Bretagne-Tour beschrieben: http://rad-forum.de/showflat/Number/104 ... ost1046760

Grüße, Karin
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Wildcate
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Re: Routentipp für England?

Beitragvon Wildcate » Mo Sep 01, 2014 7:19 am

Hallo Anno und Damen,

wir waren diesen Sommer... zwei Wochen mit dem Pino in Südengland. Mit Zelt. Also ganz frische Erfahrungen...

Als allererstes: Südengland ist, mit wenigen (recht kurzen) Ausnahmen, alles andere als flach. Es geht zwar selten über 100 m über Null hinaus, aber trotzdem ständig rauf und runter, und das gern knackig. Kleines Beispiel: Tagestour von Martin's Mill in der Nähe von Dover nach Canterbury, ca. 60 km, 950 Höhenmeter. Gefühlt sind wir bei den Fahrten mit Gepäck immer entweder 5 km/h schnell gefahren oder 50 (mit Bremsen, natürlich). Im Gegensatz zu langen Steigungen mit weniger Prozent ist das quasi Intervalltrainingslandschaft und entsprechend kraftfressend; gleichzeitig besteht immer die Versuchung, den nächsten Berg mit Schwung anzugehen, was es nicht weniger anstrengend macht. Tagesetappen sollte man daher entsprechend, uh, zurückhaltend planen - 50 km sind durchaus schon eine ordentliche Strecke, unserer Erfahrung nach. (Bei Touren in flacherem Terrain fahren wir auch mit Gepäck deutlich längere Tagesstrecken.) Entsprechend wenige Reiseradler gibt es in England; die drei englischen Radwanderer, die wir dieses Jahr getroffen haben, waren alle unterwegs zur Fähre, um auf dem flacheren Festland zu reisen...

Zur Tourenplanung empfehlen wir ganz heftig die Sustrans-Fahrradkarten. In England hat sich in den letzten Jahren viel in Sachen Radweg getan, und wir hatten diesmal nicht eine unpassierbare Umlaufsperre (war bei unserer ersten Tour 2007 noch ganz anders). Wir haben Sustrans-Karten und routingfähiges GPS parallel genutzt und waren mit dieser Lösung wieder sehr zufrieden. Die Karten sind nicht perfekt, erfüllen aber ihren Zweck sehr gut, und die nächste Stufe wäre die Kombi mit topographischen Karten. Die Radwege sind meist gut ausgeschildert; manchmal sind die Oberflächen etwas, na, sagen wir "nicht rennradtauglich" :mrgreen: . Z.T. gibt es auch "rough surface"-Warnungen auf der Karte, da hatten wir aber auch gute Waldwege dabei, die eher besser zu fahren waren als manche nicht markierten Abschnitte in schlechtem Zustand.

Zelten, ja, da gibt es auch ein paar Fallstricke. Nicht alle "Campingplätze" nehmen Zelte auf. Wir raten von einer Overseas-Mitgliedschaft beim "Camping and Caravanning Club" auf jeden Fall ab, das ist verschwendetes Geld; wenn, dann eine richtige Jahresmitgliedschaft kaufen, dann gibt es ein großes schweres Buch mit wirklich allen Plätzen inkl. Anfahrtsbeschreibungen. Und immer genau hinkucken, ob auch Zelte willkommen sind.
Zudem machen die meisten CP-Rezeptionen lächerlich früh zu (oft schon vor 17 Uhr), d.h. entweder früh ankommen, oder vorher anrufen und vorbuchen, oder aufs beste hoffen. Zu Ferienzeiten sind die Plätze sehr beliebt, weil die Briten auch gern campen, das solltet ihr bei eurer Zeitplanung eventuell auch beachten... denn: Sollte der Platz voll sein (und die Engländer verstehen unter "voll" was ganz, ganz anderes als deutsche Camper, die locker die drei- bis fünffache Menge Zelte auf einer Wiese unterbringen würden), wird man auch als Radler erbarmungslos weitergeschickt. Also nicht auf Gnade und ein kleines Eckchen irgendwo hoffen - keine Chance.
Die Plätze haben uns pro Nacht zwischen 10 und 19 Pfund gekostet (zwei Erwachsene, ein kleines Zelt, ein Tandem). Bei den meisten CP gibt es eine Waschmaschine und einen Trockner, zudem die üblichen Sanitäranlagen und Spülbecken, Kochplatten oder Leihgrills dagegen nicht.

Zum Amusement können wir, falls ihr ein bißchen kulturell/historisch interessiert seid, wärmstens den English Heritage Overseas Visitor Pass empfehlen. Damit kommt man kostenlos in alle EH-Sehenswürdigkeiten rein, und der Preis lohnt sich schon nach einer großen und etwa 2-3 kleineren Sehenswürdigkeiten. Die Stellen haben alle ein Klo und bis auf die ganz kleinen auch ein Café o.ä. mit durchaus leckeren Dingen zu normalen Preisen. Zudem gibt es fast bei allen auch eine Picknickmöglichkeit mit Tisch und Bank für selbst mitgebrachtes Essen. Das Rad irgendwo im Blickfeld der Angestellten zu parken war, wo wir gefragt haben, auch immer möglich. Bei National Trust sind zwar die Leute sehr nett, die Informationen bei einem Overseas Visitor Pass sind dabei aber mehr als dürftig, und die Stellen liegen z.T. recht weit auseinander - da besser gründlich daheim am PC vorplanen (inkl. Öffnungszeiten - die sind sehr unterschiedlich und teils recht sparsam).

Das wären so die wichtigsten Punkte, die uns einfallen - Detailfragen können wir gern noch weiter beantworten...

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Re: Routentipp für England?

Beitragvon babetaxi » Di Sep 02, 2014 8:55 pm

Merci für die tollen Informationen und den Link.
Ja, das klingt wirklich nach viel Vorplanen. Und eher danach, als ob wir uns von der Idee Dover-Canterburry-Oxford-Stonehenge ein wenig verabschieden müssten - für Kinder ist das vom Terrain dann wohl eher ungeeignet :( .
Und die Geschichte mit den Campingplätzen ist ja auch wenig vorteilhaft - ich stelle mir gerade den Tag mit hügeligem Terrain vor - und der Platzwart sagt "No my Dear" (sofern er /sie denn noch da ist...) :roll:
Wir werden mal in uns gehen - vielleicht doch die Region in GB wechseln (gibt es denn irgendwo einen radelbaren Fluss, oder längere alte Bahntrassen?) - an der Küste sind mir die steilen Hügel noch in Erinnerung...
Wir haben ja noch ein bisserl Zeit für die Planung.

Von unserem letzten Besuch kennen wir das mit dem Jahresabo beim National Trust - das lohnt sich wirklich!!

Sustrans ist prima!

Danke nochmal und viele Grüße in die Runde
Ammo und die Damen

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Re: Routentipp für England?

Beitragvon Wildcate » Do Sep 04, 2014 11:01 am

Eventuell könnt ihr euch mal Lincolnshire ansehen - die Engländer nennen es auch "South Holland", weil es für die Insel verhältnismäßig flach ist...

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Re: Routentipp für England?

Beitragvon babetaxi » So Mär 15, 2015 8:34 pm

Hallo zusammen -

wir haben uns von England verabschiedet - leider.
Dennoch danke für die tollen Informationen. Wir behalten das mal für eine Tour ohne Kind(er) im Hinterkopf...

Vielleicht hat jemand hier Tipps für die Normandie (?) wir haben mit Frankreich bislang super Erfahrungen gemacht. Zelten, Pino, Bahn hat immer super geklappt.
Wir haben gelesen, dass in der Normandie gerade neue Wege ausgeschildert werden:
Arromanches - Saint Michel und Paris - Mont Saint Michell.
Das scheint mir für dieses Jahr dann doch die bessere Alternative. Wer uns hier Tipps geben kann: sehr gerne!!

Viele Grüße in die Runde
Anno


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