Sommertour mit "Steini"

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upndown
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Sommertour mit "Steini"

Beitragvon upndown » Mi Aug 02, 2017 8:42 am

Unsere schon legendäre Pinosommertour mit "Steini" führte uns wie im vorletzten Jahr in die Alpen.
In 2015 starteten wir in Augsburg und fuhren den Lechradweg bis nach Elbrigenalb, das ca. 35km südlich von Reutte liegt. Klar war, natürlich wieder eine Flüssetour zu machen, die mit unseren "leichten" Tandems einigermaßen gut zu bewältigen ist. :roll:

In diesem Jahr einigten wir uns auf die Isar. Um die Logistik nicht allzusehr zu strapazieren, reisten wir mit der Familienkutsche nach Lengries. 8)
Nachdem der Sommer gerade kurz vor dem Tourstart eine Auszeit nahm, :cry: war auch an unserem ersten Tourtag das Wetter mäßig warm - eigentlich für die Sommerzeit kalt: 12°C und am Abend vor dem Start sintflutartiger Regen. In weiten Teilen Deutschlands musste die Feuerwehr zahlreiche Keller auspumpen. In Lengries war die Isar auch ziemlich gefüllt, ohne über das Ufer zu treten. :mrgreen:
Am ersten Tourtag war eine Tour zum und um den Walchensee geplant.
Wir starteten bei noch nassen Straßen, die Wolken hingen tief ohne Wasser fallen zu lassen.
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Die Wetterprognosen waren aber alles andere als wirklich gut. Der sonst typisch klare Gebirgsfluss hatte das gräuliche Weiß eines hochwasserführenden Alpenflusses. Bald führte der Weg weiter an einen Zulauf der Isar: Die Jachen war auch stark angeschwollen mit der gleichen Farbe wie die Isar. Leider gibt es keinen Fahrradweg, so dass wir mitten der Woche die sehr wenig befahrene Straße nutzen. Ein Glück, dass das Wetter nicht wirklich gut war, denn bei sonnigen 28°C würde hier der Bär tanzen. :shock:
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Nachdem wir das Ende der sehr idyllischen Mautstrasse am Walchensee erreicht hatten, die Wolken sich an die schlechten Wetterprognosen hielt und ihre ersten Tropfen auf uns fallen ließ, drehten wir bei Kilometer 34 um. Leider zeigte sich bald, dass meine Schaltung nicht das tat, was wir von einer solchen erwarten. Sie versagte ihren Dienst - nur der vordere Umwerfer schaltete noch zuverlässig. :shock: Eine schnelle Begutachtung ergab eine total zerstörte Außenhülle des hinteren Schaltwerks. Ersatz hatten wir keinen dabei. Deshalb wurde Radl Rasti in Lengries angesteuert, der mir ein 20cm Außenhülle verkaufte. Diese war schnell eingebaut, und so konnte wieder der vollem Funktionsumfang der Schaltung genutzt werden. :mrgreen: Die zwei Stunden leichten Regen nutzten wir für eine verspätete Mittagspause. :)

Am zweiten Tourtag war das Ende in Scharnitz, unweit der Isarquelle geplant. Leider spielte das Wetter nicht wirklich gut mit: Am Morgen regnete es ziemlich heftig, so dass wir schon nach Tourkilometer 0,3 das Cafe aufsuchten, in dem wir wirklich leckeren Kaffee genossen. :mrgreen: Bald sollte es aber nur noch ganz wenig regnen, so dass wir uns auf den Weg nach Österreich machten. Die Wege waren nass, die Schotterstrecken hielten einen hohen Anteil an Flüssigem vom Himmel und an den Unterführungen testeten wir die Wattiefe der Pinos. Die Stoker blieben trocken nur die Schuhe der Captains wurden wie die Balasttanks bei einem U-Boot geflutet. Es war wenigstens klares Regenwasser.

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Kurz nach dem Sylvensteinspeicher erreichten wir dann die wenig befahrene Mautstrasse, die sich den schmalen Talgrund mit der Isar teilt. In Wallgau mussten dann die Kalorienspeicher für den Rest der Strecke wieder aufgefüllt werden und wir nutzten den Halt für einen Wechsel der inzwischen total durchnässten Funktionskleidung. Das Wetter war jedoch unschuldig für die enthaltene Feuchtigkeit! 8)

Kurz hinter Mittenwald erreichten wir dann unser Tagesziel Scharnitz in der Pension Frankenhof. :mrgreen:

Der letzte Tourtag war als sehr schön angekündigt. :mrgreen: Es sollte auch endlich mit 28°C richtig warm werden. Für uns waren 90km zu bewältigen, :roll: was uns dazu entschloss, gleich nach dem Frühstück aufzubrechen. Erstmals lohnte es sich, die Sonnencreme an den offenen Hautstellen aufzutragen. Der Weg führte von Scharnitz wieder zurück über Mittenwald und Garmisch Partenkirchen nach Lengries. Was sich wie ein paar kleine Schritte für einen Menschen anhört, war dann doch ein kleines Abenteuer - zumindest mit Pinos. :mrgreen:

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Vorbei am sehr idyllisch gelegenen Ferchensee mit seinen sanft auslaufenden Schilfuferzonen führte uns der Weg nach Elmau, alles auf durchweichtem Schotter, der in trockenem Zustand sicher einen schön zu fahrenden Weg geboten hätte. Nach Elmau (G7 lässt grüßen) wurde für uns der Weg immer beschwerlicher: Die Steigungen waren dann MTB tauglich.
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Und in Vordergrasseck waren wir dann innerlich fast so trocken wie Knäckebrot. Also gab es eine kleine Pause zum Nachfüllen der Flüssigkeitsspeicher.
Die restlichen Höhenmeter nach GAP waren die bisher steilsten in unserem Fahrradfahrerleben. 36% :shock: für 200Höhenmeter abwärts - wenigstens auf Asphalt. So kam es wie es kommen musste: Meinen Stoker komplimentierte ich zum Wanderer und fuhr alleine. :mrgreen:
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Dabei kam mir dann der Thread über den Wheelie (Grüße an Tom) mit dem Pino in den Sinn. Letztendlich schafften wir den Downhill ohne besondere Vorkommnisse.

Die restlichen Tourkilometer verliefen dagegen geradezu langweilig. Die Partnach, die aus dem Schmelzwasser des Schneeferners stammt, mündet schon in GAP in die Loisach, der wir weiter folgten.
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Nach 89km und 1080Höhenmetern erreichten wir dann wieder Lenggries. Der Altwirt von Lenggries erwies sich dann auch als vorzüglicher Weißbierlieferant. tbc.

Uli
man kann sich auf nichts mehr verlassen, nicht mal mehr auf die Unzuverlässigkeit des Wetterberichts ;-)
Die Natur kann man nur in der Natur erleben - nicht am PC 8)

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Radfux
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Re: Sommertour mit "Steini"

Beitragvon Radfux » Mi Aug 02, 2017 10:41 am

Herrlicher Tourenbericht aus mir vertrauten Ecken - jedoch nur auf Schusters Rappen... :mrgreen:

Tom
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Re: Sommertour mit "Steini"

Beitragvon Tom » Do Aug 03, 2017 3:28 pm

Toller Bericht über eine ambitionierte Tour. Danke dafür!

upndown hat geschrieben:Die restlichen Höhenmeter nach GAP waren die bisher steilsten in unserem Fahrradfahrerleben. 36% :shock: für 200Höhenmeter abwärts - wenigstens auf Asphalt. So kam es wie es kommen musste: Meinen Stoker komplimentierte ich zum Wanderer und fuhr alleine. :mrgreen: Dabei kam mir dann der Thread über den Wheelie (Grüße an Tom) mit dem Pino in den Sinn.
Da habe ich doch gleich nochmal das Excel-Sheet von 2007 geladen und die 36% Gefälle eingesetzt. Und - siehe da: du hast gut daran getan, den Stoker "abzusetzen" :? ! Die Gefahr des Überschlags ist schon recht groß...
Letztendlich schafften wir den Downhill ohne besondere Vorkommnisse.
Ein Glück!
Grüße, Tom


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