Bring Deine Kindheit zurück - roller mal wieder...

Es gibt wirklich noch andere Räder als Pinos??? Ja!

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Bring Deine Kindheit zurück - roller mal wieder...

Beitragvon jodi2 » Di Okt 02, 2007 11:09 am

Hat zwar nichts mit Tandem zu tun, aber für so manchen Rad- oder Pinoverrückten ist es vielleicht auch eine Alternative, mit der Familie auf Solorädern unterwegs zu sein und dabei ordentlich gefordert zu werden...

Ich bin seit zwei Monaten von Rollervirus infiziert. Was meine ich mit "Roller"?
Charakteristische Merkmale der aktuellen guten Roller (im Vergleich zu den Micro-/Klapprollern oder z.B. zur Marke Blauwerk aus den Neunzigern) sind:
- überwiegend "vernünftige" Radkomponenten (Räder, Gabel, Bremsen), nur der Rahmen ist rollerspezifisch
- großes Vorderrad und kleines Hinterrad (da ein großes Hinterrad die Tretbewebung behindern würde)
- möglichst tiefes Trittbrett (ein hohes Trittbrett kostet erheblich mehr Kraft im Standbein)

Der kleine Markt dieses Rollertyps wird zu 80-90% (vielleicht 10.000-20.000 Stück weltweit) dominiert von der Marke Kickbike (www.kickbike.com), in Deutschland außerdem noch XH (http://www.tretroller.de/xc.htm) mit vielleicht 2.000-3.000 verkauften Exemplaren, im Ausland (in Deutschland sehr selten) gibt es dann noch noch Footbike (www.footbike.com) und - noch seltener - Kostka und Ketam. Jede Marke hat Ihre Stärken und Schwächen, wie bei Rädern und Tandems auch... ;-)

Ich hatte zuerst ein Kickbike G3 - das mit Abstand häufigste Modell - nach einem Versagen der Schweißnaht am Hinterbau bin ich auf einen XH-4-A umgestiegen, mit allem Kruschelkram für den Alltag (die meisten der wenigen anderen Rollerfahrer nutzen ihren Roller fast nur nackt und mehr als Sportgerät) sieht der bei mir etwa so aus: http://www.vamosaver.de/pics/DSC_2860.JPG
Inzwischen aber mit breiteren Reifen und das Hinterrad in der höheren Position (der Rahmen hat zwei Ausfallenden bzw. Positionen für unterschiedliche Bodenfreiheit), sodaß der Reifen dichter am Schutzblech ist.

Vorteile eines Rollers:

(Auszug von www.sfahrraedle.de ):
Vorteil gegenüber Jogging:
Belastung der Gelenke und Bänder reduziert sich
Aktionsradius vergrößert sich
leichter Einstieg ins regelmäßige durch geringe Anfangsanforderung
Start vor der Haustür

Vorteile gegenüber Radfahren:
hohe Trainingseffizienz bei geringem Zeitaufwand
mehr Muskelgruppen werden beansprucht
keine kalten Füße, keine Sitzbeschwerden
geringer Verschleiß am Fahrzeug, wenige Wartung

Vorteile gegenüber Inlinern
Dank normalen Radlaufrädern, -bremsen und -lenker sehr sicher und auf allen Wegen möglich wie Fahrrad
Schneller zu erlernen, praktisch jeder kann sofort und sicher losfahren
Keine lästige Schutzkleidung nötig, sogar in normaler Kleidung möglich

Man kann durch das beidseitige Treten bzw. das Wechseln Entfernungen und Tempo ca. 2/3 bis 3/4 vom Fahrrad erreichen. Dabei ist es schön anstrengend, schon in der Ebene, erheblich mehr als z.B. Radfahren, in punkto Anstrengung eher näher am Laufen. Man ist aber von Wegen und Bodenbelag so unabhängig wie auf dem Rad, nicht wie z.B. Skaten.
Außerdem gibt es keine Verschleißteile wie Kette/Ritzel, keine Schaltung, kein Freilaufklackern...

Forum:
http://forum.runnersworld.de/forum/tretrollersport

TV-Aufzeichnung von der EM2007 (144MB):
http://www.vamosaver.de/pics/EC2007WND-SR19Aug2007.mpg
in Miniformat (31MB):
http://www.vamosaver.de/ftp/EM2007_klein.mpg

Tolle Fotos:
http://www.effendibikes.de/TretrollerEM2007/
http://www.tretroller-portal.de/KoMa07/KoMaPic.html

Grüßle
Jo
Zuletzt geändert von jodi2 am Sa Nov 29, 2008 8:05 pm, insgesamt 7-mal geändert.

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Rollern Knieschonend?!?!

Beitragvon KUHmax » Di Okt 02, 2007 12:42 pm

Hallo Jo,

auf der Seite stand zwar, dass Rollern knieschonend <B>im Vergleich zum Laufen</B> sei, aber ich muss aus eigener Erfahrung sagen, dass das schon gemein auf Knie geht, die schon vorgeschädigt sind. Schließlich liegt ja das Körpergewicht des Erwachsenen an einem deutlich längeren Hebel (gerade im Verhältnis zur Gesamtgröße) an als dies bei Kindern der Fall ist.

Daher habe ich den Roller nicht mal in meinem Programm des Fahrradkurses für Anfänger drin.

Gruß, Karin
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Beitragvon jodi2 » Di Okt 02, 2007 1:45 pm

Hi Karin,

Kniebelastungen sind meiner Erfahrung nach immer individuell, oft wird ja auch gesagt, Radfahren sei gut bei Knieproblemen, aber ich kenne auch Leute, die genau beim Radfahren mit den Knien Probleme haben. Ich selbst habe auch 20-25kg Übergewicht und seit 20 Jahren schlechte Knie und komme sehr gut mit dem Rollern zurecht, eine generelle unumstößliche Aussage ist wohl zu Rollern&Knie nicht möglich.
Im allgemeinen bzw. im groben stimmt aber die Klassifizierung, daß Rollern besser bzw. weniger anstrengend für Knie bzw. bei Knieproblemen ist als Laufen, aber in der Regel etwas anstrengender für die Knie als Radfahren.

Wenn Du bzw. allgemein jemand aus eigenen bzw. früheren Erfahrungen mit Rollern berichtet, ist das vermutlich oft noch auf alte und nicht sehr ergonomische Roller bzw. Bauformen mit sehr hohem Trittbrett zurückzuführen, was sehr anstrengend für Muskeln und Knie im Standbein ist. Die hier beschriebenen Roller haben dagegen alle ein sehr tiefes Trittbrett (ca. 8-10cm über dem Boden) und bei der Trittbretthöhe ist jeder cm entscheidend. Außerdem war es früher bei den "Spaß- und Kinderrollern" glaube ich recht unüblich oder vielleicht auch von der Bauart her schwierig, regelmäßig die Seite bzw. Stand- und Stoßbein zu wechseln, was für das Rollern absolut entscheidend ist. Ohne Beinwechsel ist das Standbein (und evt. auch das Standknie) nach spätestens einem 1 km am Ende, mit Wechsel kann man selbst 100km rollern.

Ich habe aber auch nicht gesagt, daß Rollern speziell etwas für Leute mit Knieprobleme sei bzw. würde es dafür nicht speziell empfehlen. Dafür eher Schwimmen...

Besten Gruß
Jo

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Beitragvon KUHmax » Do Okt 04, 2007 7:57 am

Hallo Jo,

ich habe ja auch nicht behauptet, dass Du das mit dem "knieschonend" gesagt hättest, auf der Seite, die Du verlinkt hast, steht das drauf. Meine Erfahrung (nicht mit einem sehr hohen Trittbrett) hat mir das gesagt, genauso wie mir ein Studium der mechanischen Last sagt, dass das gemein auf die Knie gehen kann, besonders bei Nicht-Radfahrern (angehenden Fahrradschülern) die von einem Seitenwechsel auch noch hoffnungslos überfordert sind.

Und die Knieprobleme beim Radfahren sind zu mindestens 70 % auf falsche Satteleinstellung (meistens zu niedrig) zurückzuführen. Meine Knie protestieren auch umgehend, wenn ich mein Alltagsrad mal für Radlschüler auf niedrig gestellt habe und dann nicht mehr "meine" Höhe sofort finde.

Seitdem ich die Wanderdohle als Touren- und Reiserad habe, bin ich auch ganz fasziniert davon, wie sich der Sattelrohr-Winkel auf die Kniebelastung (oder Nichtbelastung) auswirkt.

Der Rest der Kniemörder sind übrigens meistens zu große Gänge beim Fahren.

Gruß, Karin
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Beitragvon jodi2 » Do Okt 04, 2007 8:01 am

KUHmax hat geschrieben:Der Rest der Kniemörder sind übrigens meistens zu große Gänge beim Fahren.

Du meinst weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen nach dem üblichen deutschen Übergewicht?
;-)

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Beitragvon KUHmax » Do Okt 04, 2007 3:04 pm

Hallo Jo,

das mit dem *bergewicht wird aus meiner Sicht von Seiten der Ärzte stark überbewertet. Mir erzählt jeder Arzt, der mich nicht kennt, erst mal ich sollte doch mal ein wenig Sport treiben.

Der Höhepunkt war neulich, als die Empfehlung kam, ich solle doch mal vorsichtig mit dem Radfahren anfangen. Meine Antwort "Geht nicht". "Können Sie nicht Rad fahren" "Das schon, aber bei 5000 bis 6000 Fahrradkilometern im Jahr kann ich nicht mehr vorsichtig anfangen." "?!?!?"

Gruß, Karin
(selber dreistelliges Gewicht bei ca. 170)
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Anhänger und Tretroller?

Beitragvon jodi2 » So Nov 11, 2007 8:28 am

Vielleicht kann mir hier jemand zu diesem Thema helfen, hab selbst keine Hängererfahrung...

Beim Roller müßte die Befestigung sehr schmal sein und der Hänger müßte weiter nach hinten, damit man noch Rollern/Austreten kann ohne Anzustoßen.
Ein Extremsportler ist z.B. mit Roller und einem Carrix (www.carrix.ch) gerollert (hier gut in Aktion am Kickbike zu sehen:
http://arcticbike2007.free.fr/photos/ca ... 20013.html ), erstens bin ich da aber noch etwas skeptisch, wie es sich damit rollert, wenn dann 30kg bei jedem Triit stoßartig an Hüfte und Schulter zerren, zweitens kommt das Ding mit allem nötigen Zubehör auf fast 1000 Euro!

Ein Bob Yak bzw. seine Befestigung ließe sich wohl relativ einfach so erweitern/verlängern, daß man ihn am Roller hinten an Schnellspanner/Achse befestigen könnte. Aber so ein Einspurer ist ja am Fahrrad schon etwas wackliger und will stabilisert werden, am Roller, wo man ständig einen Großteil das Gewichts kurzzeitig vom Roller nimmt und auf die Straße stellt, wäre das wohl zu wacklig und vermutlich auch nicht gut für den Hinterbau, oder?
Und die typischen Anhänger mit dieser einseitigen Kupplung (hab da wie gesagt keine Erfahrung mit), sind vermutlich - auch mit einer Bastellösung zum nach hinten legen - für den Roller und diesen Hinterbau auch weniger geeignet, oder?
Sinnvoll schiene mir so eine Art Bob Yak mit zwei Rädern/Spuren, Befestigung auch an Achse/Schnellspanner, aber bishr hab ich nichts in dieser Art gesehen.
Was meint Ihr dazu?

Besten Gruß
Jo


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