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Ostertage in der Veluwe (NL)

Verfasst: 07.04.2026, 08:44
von Claudia
Die Osterwoche führte uns in die Veluwe in den Niederlanden. Obwohl unser Nachbarland bekannt ist für seine Fahrrad-Infrastruktur und, in unserem Fall, in nur zwei bis drei Stunden erreichbar, hatte ich das kleine Land bislang nicht weiter auf dem Schirm als Reiseziel. Ein Fehler!
Die Veluwe westlich von Apeldoorn in der Provinz Gelderland ist ein großes Waldgebiet, leicht hügelig und unterbrochen von Heide- und Flugsandflächen. Wildschweine und Rehe sind hier allgegenwärtig und kreuzten mehrfach unseren Weg. Für Regentage gibt es im nahen Umkries alte Hansestädtchen als Ausflugsziele. Das Tourismus-Marketing spricht von der gesamten Region auch als „dem anderen Holland“, erfüllt sie auf den ersten Blick eben nicht unbedingt das klassische Hollandbild.
Willkommen in Holland
Willkommen in Holland
Das niederländische Radwege-System ist legendär und wer es bislang nicht "erfahren" konnte, hat ganz sicher was verpasst. Schnellradwege in die Städte, kreuzungsfreie Über- und Unterführungen, Vorfahrt bei Straßenquerungen, kostenlose Fahrradparkhäuser in den Innenstädten, ausreichend Platz für Lastenfahrräder (und damit auch für Pinos) – um nur ein paar Aspekte zu nennen. (Die Nicht-Mitnahme von Tandems in niederländischen Zügen wurde bereits an anderer Stelle im Forum diskutiert und gibt einen Punkt Abzug).

Begeistert hat mich das konsequent ausgebreitete Knotenpunktsystem: die Niederlande sind mit Fietsknooppunten überzogen, die die Tourenplanung in Kombination mit Webseite (https://www.fietsknoop.nl) oder App kinderleicht machen: Punkte anklicken, die Kilometer addieren sich automatisch auf, dann die Route runterladen, Punkte auswendig lernen oder auf dem Handrücken notieren und los geht’s. Unterwegs kein lästiges Anhalten mehr mit Navi- oder Kartenbefragung, sondern fahren nach Zahlen. An jedem Knotenpunkt steht zudem eine kleine Übersichtstafel mit den benachbarten Knotenpunkten. Andere NL-Reisende mögen gerne kommentieren, ob diese Zuverlässigkeit für das gesamte Land gilt.
Knotenpunktsystem
Knotenpunktsystem
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Mitten in der Heidelandschaft steht die ehemalige Sendeanlage Radio Kootwijk. Diese hatten die Niederländer in den 1920er Jahren errichtet, um sich eine eigene Verbindung in ihre Kolonien in Niederländisch-Ostindien aufzubauen. Später folgte, wie so häufig in der Geschichte, Fremdbenutzung durch die deutschen Besatzer. Heute steht Radio Kootwijk als Denkmal in einem Netz aus Rad- und Wanderwegen. Im Hintergrund hört man den Widerhall der Schießübungen eines Truppenübungsplatzes.
Radio Kootwijk
Radio Kootwijk
Deventer
Deventer
Elburg
Elburg
Elburg
Elburg
Das wird nicht unser letzter Ausflug in diese schöne Region gewesen sein - tot ziens!
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Re: Ostertage in der Veluwe (NL)

Verfasst: 07.04.2026, 15:10
von snag
Besten Dank für den Reisebricht und die Fotos.

Re: Ostertage in der Veluwe (NL)

Verfasst: 07.04.2026, 17:34
von Steini
Auch von mir vielen Dank für den tollen Bericht. Die tollen Fotos! Von den niederländischen Radwegen hat man ja schon legendäres gehört, es scheint also zu stimmen.

Ganz liebe Grüße

Re: Ostertage in der Veluwe (NL)

Verfasst: 07.04.2026, 19:37
von kerzengerade
vielen, vielen Danke für die tollen Bilder und den Bericht. Mega.
Viele Grüße
kg

Re: Ostertage in der Veluwe (NL)

Verfasst: 07.04.2026, 20:48
von Pino322
Vielen Dank für die schönen Bilder und sehr hilfreichen Infos.
Viele Grüße.

Re: Ostertage in der Veluwe (NL)

Verfasst: 07.04.2026, 21:26
von Jörg&AnkeD
Vielen Dank für den Bericht!

Ja, was Fahrradfreundlichkeit angeht, liegen Deutschland und die Niederlande weit auseinander. Selbst wenn von morgen an sämtliche Verkehrsplanung in D konsequent auf das Fahrrad ausgerichtet wäre, wären wir wahrscheinlich in 40 Jahren noch nicht da, wo die Niederlande schon vor 40 Jahren waren … Von hier sind es je nach Richtung nur etwa 60 km bis zur Grenze, und meine ersten Radtouren dort habe ich so um 1984 gemacht und war schon damals begeistert. Einige meiner längeren aktuellen Rennrad-Stammrunden führen zu einem Drittel durch NL. Mit Anke und dem Pino wird dann natürlich eher eine Zwei- oder Mehrtagestour draus. Es sind vor allem die vielen Kleinigkeiten, an denen man merkt, dass in den NL die Radwegeplanung auch konsequent aus Sicht der Radfahrenden gemacht wird, und wo man an der Grenz sehr schnell den Unterschied wahrnimmt (abgesehen favon, dass ich meist an Stellen über die Grenze fahre, wo man wiederum gar nicht merkt, dass man gerade über die Grenze gefahren ist …).

Das Knotenpunktsystem haben wir nur einmal benutzt, da wir meistens sowieso nach Navi fahren. Da war es aber voll zuverlässsig, und auch sonst, wenn wir es nicht selbst benutzen, sieht es eigentlich immer gut gepflegt aus. Es wurde zwar inzwischen auch versucht, Vergleichbares hier im Westen von NRW zu etablieren, aber es ist hier nur eine schlechte Kopie - es fehlen nämlich die Vorwegweiser, die in den Niederlanden schon 50 bis 100 Meter vor dem eigentlichen Knotenpunkt angebracht sind. So weiß man schon vorher, wie es weitergeht, und muss dann am Knotenpunkt selbst vielleicht verkehrs-, aber niemals navigationsbedingt abbremsen oder anhalten. Sehr sinnvoll!

Ward Ihr auch im Nationalpark De Hoge Veluwe? Habe ich auch als sehr schön in Erinnerung, auch wenn es leider schon wieder eine ganze Weile her ist, dass wir dort waren.

Re: Ostertage in der Veluwe (NL)

Verfasst: 07.04.2026, 21:42
von Radfux
Herrlicher Reisebericht - vielen Dank dafür - der bei uns die Vorfreude steigert auf unsere geplante Holland-Radreise End Juni / Anfang Juli :P