Rohloff - lohnt es sich? Praktische Erfahrungen erwünscht

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PinoPano
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Rohloff - lohnt es sich? Praktische Erfahrungen erwünscht

Beitragvon PinoPano » Mi Aug 29, 2018 5:39 pm

Hat hier jemand praktische Erfahrung mit einer Rohloff-Variante des Pino?
Rohloff soll ja irgendwie robuster sein und den Vorteil haben, dass man am Berg auch im Stand den Gang wechseln kann.
Bin am Überlegen, ob sich die doch recht grossen Mehrkosten lohnen. "Lohnen" kann auch heissen, dass wir inmitten der Natur irgendwo auf irgendwelchen Bergen keinen Kettenriss, keine verklemmte Schaltung oder ähnliches bekommen, für das wir dann Hilfe benötigen würden, die nicht auffindbar ist ;)

LG Thomas

Ostalbpinaut
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Re: Rohloff - lohnt es sich? Praktische Erfahrungen erwünscht

Beitragvon Ostalbpinaut » Mi Aug 29, 2018 7:34 pm

haben gleich am Anfang nach ca. 2 km auf Rohloff umgerüstet, möchte es am Pino nicht missen. Nutze vorne auch 2 der ursprünglichen Kettenblätter (38 und 48/bald 50) dazu.
Im Stand mal eben 13 Gänge schalten hat was, aber runterschalten in einen kleineren Gang immer mit Kommando ho hopp, dass die Stokerin Druck rausnimmt.
Joachim aus München meinte, unter Last schalten ging bei ihrem ersten Pino mit Kettenschaltung besser als beim neuen mit Rohloff.
Rainer (Bekennender Kurtologe !)
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upndown
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Re: Rohloff - lohnt es sich? Praktische Erfahrungen erwünscht

Beitragvon upndown » Mi Aug 29, 2018 7:41 pm

Der große Vorteil der Rohloff i.V. mit dem Steps wäre die gerade Kettenlinie ohne Schlangenlinie auf allen Gängen. Hier soll die Kette deutlich länger halten, als bei einer Kettenschaltung. Wir haben mit 3x9 Kettenschaltung nach ca. 8000km eine neuen Satz Ketten eingebaut. Natürlich mit Wechseln der Kettenräder und Kassette.
Bei einem Steps Antrieb gib es bei einer Kettenschaltung am Motor noch ein Kettenblatt und 11 (oder 12?) Ritzeln i.d. Kassette.
Grüße
Uli
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Die Natur kann man nur in der Natur erleben - nicht am PC 8)

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Re: Rohloff - lohnt es sich? Praktische Erfahrungen erwünscht

Beitragvon Alexsus » Mi Sep 19, 2018 6:27 pm

Ich fahre seit vielen Jahren Rohloff.
Also kam mir nur eine Rohloff ins Pino.

Alle positiven Aspekte die du Lesen kannst, kann ich Unterschreiben.

LG ALEX

gündirwas
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Re: Rohloff - Erfahrung

Beitragvon gündirwas » Mo Apr 15, 2019 7:23 pm

Als Alltagsfahrer mit gehörigem Stadtverkehr weiß ich die Vorteile beim unverhofften Anhalten im Schnellgang und Wiederanfahren mit heruntergeschaltetem Gang zu schätzen. War dies schon beim Einzelrad mit Kettenschaltung Mist, im Stand den richtigen Gang einzulegen, beim Pino ist es ein Grund zum Dauerärgern.
Ich besitze einen Haufen Räder, mit Naben- und Kettenschaltung. Andere Nabenschaltungen als von Rohloff habe ich ausgemustert, dafür fahre ich Zuviel und die Dinger verschleißen zu schnell- fürs Pino sind sie allemal zu schwach auf der Brust.
Das Umschalten bei der Fahrt bedeutet für eingespielte Stokerin+ Captain eine Druckabschwächung auf dem Pedal in weniger als 1/2 Sekunde.

Du fragst, ob sich eine Rohloff fürs Pino lohnt? Hängt ab vom Geld und dem Wunsch nach gediegenem Komfort. Hast Du's Geld? dann kauf, wenn nicht, dann spar. Willst Du ohne anschwellende Halsschlagader durch den Stadtverkehr, immer im richtigen Gang, ob Du stehst oder fährst? dann lohnt sich die die Rohloff. Eine Rohloff ist eine Lebensanschaffung mit Herstellerservice in allen Lebenslagen. Bietet der Fernostschrott nicht.

Wann lohnt sich die Rohloff nicht? Wenn Du nachrechnen willst, ob sich die Rohloff wegen geringerem Kettenverschleiß bezahlt macht- soviel km kannst Du nicht runterspulen. Oder wenn Du Gewichtsfetischist bist. Die Rohloff wiegt im Vergleich zur Kettenschaltung 700g mehr, also ein Bruchteil meines Bauchfettes.

Deine Entcheidung: mach wa draus
Schöne Touren in der Osterwoche wünscht
Günter
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jolly63
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Re: Rohloff - lohnt es sich? Praktische Erfahrungen erwünscht

Beitragvon jolly63 » Sa Apr 20, 2019 9:56 am

Ostalbpinaut hat geschrieben:Joachim aus München meinte, unter Last schalten ging bei ihrem ersten Pino mit Kettenschaltung besser als beim neuen mit Rohloff.


jap, wir hatten sieben Jahre 3x9 Kette, und sind dann aus dem Grund der Standschaltbarkeit auf Rohloff umgestiegen.

Allerdings ist es tatsächlich so, dass ein einzelner Schaltvorgang unter Last nicht so gut wie bei Kettenschaltung geht, wenn auch andernorts umgekehrt beworben wird, wir müssen auf Kommando Last mehr oder weniger komplett rausnehmen für einen sauberen Schaltvorgang. Der aber dann auch mal drei Gangsprünge umfassen darf, und so auch mal effektiver ausfallen kann als bei der Kette. Weiterer Pluspunkt für die Nabenschaltung: die lineare Durchschaltbarkeit ist bei der Kette nicht gegeben, nach drei-fünf Ritzeln hinten musst du vorne schalten und dann vielleicht zum Ausgleich hinten nochmal, das ist in extrem kurzwelligem Terrain mit Permanentschalterei aber bei beiden Schaltsystemen nervig, und ich finde irgendwann nicht mehr schwarz-weiß, sonder eine Frage ob Pest oder Cholera. Im Stadtverkehr oder bei anderen Spontanbremsungen ist die Rohloff ein Gewinn.

Übrigens ist bei uns in den sieben Jahren Kettenschaltung nur die Stokerkette soweit verschlissen, dass sie zweimal gewechselt werden musste, die hintere Kette nur einmal. Völlig unerklärlich. Die Kettenschaltung hat, obwohl wartungsintensiver, aus meiner Sicht aber auch noch einen Verfügbarkeits-Vorteil. Da kann ich auf Tour unterwegs und mit einfachen Mitteln fast alles warten und richten. Bei der Rohloff soll dieser Wartungsfall erst gar nicht eintreten, aber wenn, dann bin ich auf Profis angewiesen, die mir dann das Hinterrad ausbauen und an Rohloff einschicken. = Ende der Tour. Und keine Idee wie ich das Pino aus der Walachei dann heimkriegen könnte :?: Gruselige Vorstellung!

Ob es sich "lohnt" ist eine Frage der Prioritäten, wir haben diese Frage unter funktionaler Betrachtung unter Außerachtlassung der finanziellen Aspekte für uns beanwortet. Aber trotzdem wirklich heftig geschluckt als der Endpreis auf dem Kaufvertrag stand. Und - ich hatte mir mehr versprochen, die (bei uns tatsächlich kaum gegebene) Schaltbarkeit unter Last war durchaus ein wichtiger Faktor für die Entscheidung.

LG

Joachim
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Re: Rohloff - lohnt es sich? Praktische Erfahrungen erwünscht

Beitragvon Nick » Mi Mai 08, 2019 7:31 pm

Meiner Stokerin und mir geht es so, dass wir auf Rohloff nicht mehr verzichten wollen. Es ist schalten vom Feinsten, wenn man sich an den kurzen lastfreien Aussetzer gewöhnt hat.
Der Preis ist zwar üppig aber andererseits eben auch preis-wert.
Gruss
Nick

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Re: Rohloff - lohnt es sich? Praktische Erfahrungen erwünscht

Beitragvon pedaler » Do Mai 09, 2019 7:52 am

Hmm - schade ist doch im Grunde, dass wir uns aktuell hier nicht über die Varinate - Pino mit Pinion-Getriebe unterhalten können! http://www.pinion.eu
Wir sind zurück von der Veloweltreise - doch immer noch am ankommen!

Per Pino gereist war wert den Schweiss.

Chasseral
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Re: Rohloff - lohnt es sich? Praktische Erfahrungen erwünscht

Beitragvon Chasseral » Fr Mai 17, 2019 10:10 am

Zunächst einmal eine Kuriosität vorweg: Wir haben uns für die Rohloff-Nabe entschieden, weil wir uns davon ein besseres Schalten am Berg versprochen haben. Wir wissen schon, dass das Schalten am Berg normalerweise die Domäne der Kettenschaltung ist, und ich bin eigentlich auch ein großer Fan der Kettenschaltung. In diesem Fall lief es aber anders:

Hintergrund der Geschichte: Unser Fuhrpark umfasst neben Rennrädern und Kinderrädern 7 bergtaugliche Räder mit Shimano-Kettenschaltungen der Komponentenserien XT/SLX/LX, jeweils mit 7-/8-/9 und 10-fach-Ritzelpaketen und 3-fach Kettenblatt. Diese Schaltungen haben mich über all die Jahre vollumfänglich überzeugt. Neben absoluter Zuverlässigkeit und präzisem Schalten hat mich auch das Verhalten am Berg überzeugt. Entsprechendes Gefühl in Beinen und Fingern vorausgesetzt, erfolgen die Schaltvorgänge an Steigungen mit nur minimaler Lastreduzierung nahezu geräuschlos.

Im März haben wir unser Pino-Steps-Tandem von Hase bestellt, das in der getesteten Standardversion mit der 11-fach-XT-Kettenschaltung ausgerüstet ist in Kombination mit Lenker-Endhebeln. Während uns das Rad an den 4 Test-Tagen an sich vollkommen begeistert hat, war das Schaltverhalten der 11-fach-XT gemessen an meinen bisherigen Erfahrungen "unterirdisch". Das hängt vermutlich stark mit den Lenker-Endhebeln zusammen, die nur mit sehr viel Kraft über die Rasterung hinweg in die nächste Stufe zu bewegen sind. Der Effekt war folgender: Beim Zurückschalten am Berg sprang die Kette zunächst 2 Ritzel weiter, um unmittelbar danach wieder ein Ritzel zurück in die gewünschte Position zu springen. Der Schalt-Impuls des Lenker-Endhebels ist offenbar so stark, dass die Kette durch den Schwung des Schaltwerks zunächst zu weit geworfen wird. Folge: Der Schaltvorgang dauert inakzeptabel lang, verbunden mit Geschwindigkeitsverlust und deutlichem Schaltgeräusch ("Krachen"). Ebenfalls war mit der Schräglauf der Kette in den extremen Gängen suspekt.
Daher haben wir das Rad mit der 14-Gang-Rohloff-Nabe bestellt in der Hoffnung, am Berg deutlich schneller schalten zu können. Dass man dazu mehr Last aus dem System nehmen muss, ist uns bewusst. Wir waren aber der Hoffnung, dass man das lernen und optimieren kann.

Erste Erfahrung nach 1 Woche Pino-Steps mit Rohloff und 200 km Fahrstrecke:
Das Schalten am Berg war bei mir bei den ersten 10-15 Schaltvorgängen tatsächlich etwas "hakelig". Das hat sich dann aber schnell gelegt. Wie bei der Kettenschaltung auch, muss man hier etwas Gefühl für das Zusammenspiel von Hand (Drehen am Schaltgriff) und Pedalierbewegung entwicklen, nur eben etwas anders im Zusammenspiel. Die Schaltvorgänge gehen jetzt in den meisten Fällen schnell, geschmeidig und ohne spürbaren Geschwindigkeitsverlust. Nur selten hakt es noch etwas. Ich vermute, dass die letzten "Problemchen" bei noch längerer Eingewöhnung komplett wegfallen.
Im Solo-Betrieb klappt es verständlicherweise auch schon zuverlässiger als im Tandembetrieb, da die Abstimmung der Tandempartner (waren vorher nie Tandem gefahren) in den verschiedenen familiären Konstellationen ein Thema für sich ist und das Thema "Schalten am Berg" mit beeinflusst.
Meine Frau sagt, sie habe sich noch nicht so richtig an die Rohloff gewöhnt, schätzt aber die Möglichkeit, an der Ampel im Stand auf den gewünschten Gang zurückschalten zu können. Außerdem hat sie an einer 20-%-Steigung die Rohloff-Gänge 2 und 3 genutzt. Diese Übersetzungen wären bei der Shimano-XT-11-fach gar nicht verfügbar gewesen.
Was nach wie vor problematisch und etwas unschön ist: Das Zurückschalten am Berg vom 8. in den 7. Gang. Hier muss man die Last wirklich komplett wegnehmen. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass hier eine Art "Vorgelege" dazu geschaltet wird.


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